Die Prolongation 2026 findet in einem anderen Zinsumfeld statt als 2021/2022. Damals gab es Zinsen unter 1 %, heute liegen sie bei 3,5–4,5 %. Das hat große Auswirkungen auf die Strategie.
Zinsniveau 2026 — wo stehen wir?


Die EZB hat 2024/2025 die Leitzinsen schrittweise gesenkt. 10-jährige Baugeld-Zinsen liegen Anfang 2026 bei ca. 3,2–3,8 %. Im Vergleich zu 2023/24 (über 4 %) ist das eine Entspannung, aber deutlich über dem Tiefpunkt 2020/21.
Prolongation jetzt oder warten?
- Pro Jetzt: Zinsen könnten wieder steigen (geopolitische Unsicherheit, Inflation)
- Pro Warten: EZB könnte weiter senken, Zinsen könnten fallen
- Kompromiss: Forward-Darlehen abschließen und aktuelles Niveau sichern
Strategie für Prolongation 2026
- Aktuellen Zinssatz mit Marktangeboten vergleichen
- Mehrere Laufzeiten kalkulieren (5, 10, 15 Jahre)
- Forward-Darlehen prüfen wenn Zinsbindung noch 12–24 Monate läuft
- Tilgung anpassen — höhere Tilgung bei niedrigem Zins möglich
Häufige Fragen
Sind die Prolongationszinsen 2026 günstiger als 2024?
Tendenz ja — die EZB hat den Leitzins gesenkt. Dennoch liegen Prolongationszinsen deutlich über dem Niveau von 2020/21. Vergleichen ist wichtiger denn je.
Weiterführend: Forward-Darlehen | Rechner
Was ist Prolongation und wann kommt sie in Frage?
Prolongation bedeutet: Sie verlängern Ihren Kredit einfach bei der bisherigen Bank — zu neuen Konditionen. Das ist der bequemste Weg, aber nicht immer der günstigste. Die Bank schickt Ihnen meist 3–6 Monate vor Ablauf ein Angebot. Dieses müssen Sie nicht annehmen — und oft sollten Sie es auch nicht ohne Vergleich tun.
Die Prolongation hat einen Vorteil: keine Umschuldungskosten, keine Grundschuldübertragung. Der Nachteil: Banken bieten ihren Bestandskunden oft schlechtere Konditionen als Neukunden. Holen Sie trotzdem externe Angebote ein — allein das verschafft Ihnen eine Verhandlungsbasis.
Prolongationsangebot bewerten: Auf diese Punkte achten
- Effektivzins im Marktvergleich: Liegt er über dem Marktdurchschnitt? Dann verhandeln.
- Sondertilgungsrecht: Mindestens 5 % p.a. kostenlos sollten drin sein.
- Tilgungsflexibilität: Können Sie die Rate anpassen, wenn sich Ihre Situation ändert?
- Zinsbindungsdauer: Passt sie zu Ihrer Planung? Schuldenfrei vor Rente?
Verhandlungstipps finden Sie in unserem Ratgeber Tipps zur Prolongation und Zinsen verhandeln.
Prolongation oder Umschuldung — wann welche Variante?
Prolongation ist sinnvoll, wenn: die Zinskonditionen der Hausbank nur minimal schlechter sind (unter 0,2 %) und Sie Aufwand vermeiden wollen. Umschuldung lohnt sich, wenn: Zinsvorteil mindestens 0,2–0,3 % und Restlaufzeit über 3 Jahre. Den vollständigen Vergleich finden Sie hier: Prolongation vs. Umschuldung.
Nein. Das Angebot ist ein Angebot — kein Automatismus. Sie können verhandeln, ablehnen und zu einer anderen Bank wechseln. Viele Banken bessern nach, sobald Sie ein externes Gegenangebot vorlegen.
Meist 3–6 Monate vor Ablauf. Manche Banken auch früher. Aber warten Sie nicht auf das Angebot — werden Sie selbst aktiv, und holen Sie parallel externe Angebote ein. So verhandeln Sie aus einer Position der Stärke.
Ja — das ist sogar empfehlenswert. Die Anschlussfinanzierung ist eine gute Gelegenheit, die Tilgung an veränderte Einkünfte oder Ziele anzupassen. Ziel sollte sein: schuldenfrei vor der Rente.
Sie suchen eine neue Bank. Sobald Sie einen neuen Kredit haben, kündigen Sie bei der alten Bank zum Ablauf der Zinsbindung — das ist kostenlos. Die neue Bank organisiert dann die Grundschuldübertragung (150–450 €).