Prolongation: Anschlussfinanzierung bei der eigenen Bank verlängern
Prolongation ist der bequemste Weg in die Anschlussfinanzierung — aber oft nicht der günstigste. Was dahintersteckt, wann sie sich lohnt und wie Sie das Maximum herausholen.
Definition
Was ist eine Prolongation?
Prolongation bezeichnet die Verlängerung eines laufenden Immobilienkredits bei der bestehenden Bank nach Ablauf der vereinbarten Zinsbindungsfrist. Statt zu einem anderen Anbieter zu wechseln, schließen Sie mit Ihrer bisherigen Bank einen neuen Darlehensvertrag zu aktuellen Marktkonditionen ab — die eingetragene Grundschuld bleibt bestehen, der administrative Aufwand ist gering.
Die Bank ist nach § 492a BGB verpflichtet, Ihnen spätestens drei Monate vor Fristende ein schriftliches Angebot zu unterbreiten. Das klingt komfortabel — ist aber genau das Problem: Viele Kreditnehmer akzeptieren das erste Angebot, ohne zu verhandeln oder Alternativen zu prüfen. Das kostet im Schnitt mehrere tausend Euro über die neue Zinsbindungsperiode.
Abwägung
Prolongation vs. Umschuldung
Prolongation — typische Risiken
- Zinssatz liegt 0,3–0,8 % über dem Marktbesten
- Bank hat kein Interesse, freiwillig günstiger zu werden
- Erstes Angebot ist selten das beste — wenige verhandeln
- Kein Wettbewerb = kein Verhandlungsdruck ohne Eigeninitiative
- Konditionen (Sondertilgung, Tilgungssatz) bleiben oft starr
Umschuldung — typische Vorteile
- Zugriff auf den günstigsten Anbieter am Markt
- Sondertilgungsrechte und Tilgungssatz neu verhandeln
- Kein Nachteil nach Zinsbindungsende — keine Vorfälligkeitsentschädigung
- Grundschuldabtretung oft nur 150–300 € einmalig
- Einsparung über 10 Jahre: häufig 4.000 – 15.000 €
Prolongation ist nicht per se schlecht — aber nur dann sinnvoll, wenn das Angebot nach Verhandlung wettbewerbsfähig ist.
Checkliste
5 Schritte zur optimalen Prolongation
Kalkulation
Prolongationsrate berechnen
Annuitätendarlehen: Monatsrate = Zins + Tilgung. Gesamtzinsen korrekt per Monat berechnet. Orientierungswerte.
Zeitplan
Fristen im Überblick: Wann was tun?
| Vorlauf vor Ablauf | Situation | Empfohlene Maßnahme |
|---|---|---|
| 24 Monate | Zinsbindungsende noch weit | Marktbeobachtung starten. Forward-Darlehen prüfen, wenn Zinsen steigen. |
| 12 Monate | Optimales Planungsfenster | Vergleichsangebote einholen (Interhyp, Dr. Klein). Bank aktiv ansprechen. Forward-Darlehen als Option offen halten. |
| 6 Monate | Bank sendet Prolongationsangebot | Nicht sofort annehmen. Verhandeln. Umschuldungskosten gegenrechnen. |
| 3 Monate | Gesetzliche Mindestfrist | Spätestens jetzt entscheiden: Prolongation oder Umschuldung. Umschuldungsantrag braucht Zeit. |
| 0 Monate | Zinsbindung läuft aus | Ohne Anschlussvereinbarung wechselt das Darlehen in den variablen Zins — meist ungünstig. Unbedingt vorher handeln. |
Nächster Schritt
Prolongationsangebot vergleichen
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