Zinsbindung abgelaufen — Was jetzt?

Die Zinsbindung ist abgelaufen ohne neue Vereinbarung: Was passiert, was tun Sie als nächstes?

Zinsbindung abgelaufen — Was jetzt?

Die Zinsbindung ist abgelaufen und Sie haben noch nichts geregelt — was passiert jetzt?

Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung?

Anschlussfinanzierung Anschlussfinanzierung Frist Verpasst

Ohne neue Vereinbarung wechselt das Darlehen automatisch auf variablen Zinssatz. Dieser orientiert sich an einem Referenzzins (meist EURIBOR) plus Marge der Bank. Das kann teurer oder günstiger als Ihr alter Festzins sein.

Sofortmaßnahmen

Anschlussfinanzierung Anschlussfinanzierung Frist Verpasst
  1. Konditionen des variablen Satzes bei der Bank erfragen
  2. Mit aktuellen Festzinsen vergleichen
  3. Sofort Angebote einholen (Vermittler + 2 weitere Banken)
  4. Prolongation oder Umschuldung schnellstmöglich abschließen

Ist variables Zinsen kurzfristig schlimm?

Anschlussfinanzierung Anschlussfinanzierung Frist Verpasst

Nicht unbedingt. Wenn der variable Satz niedriger ist als verfügbare Festzinsen und Sie schnell handeln: kein großer Schaden. Trotzdem: Planungsunsicherheit ist nie gut.

Verhandlungsposition

Mit abgelaufener Zinsbindung sind Sie nun auf dem freien Markt — Sie können ohne Vorfälligkeitsentschädigung wechseln. Nutzen Sie das als Hebel.

Wie lange läuft der variable Zins ohne neue Vereinbarung?

Theoretisch unbegrenzt — bis Sie eine neue Zinsbindung abschließen. Es gibt keine gesetzliche Grenze.

Kann die Bank den variablen Zinssatz beliebig erhöhen?

Nicht beliebig — er ist an einen Referenzzins gebunden und muss im Kreditvertrag definiert sein. Aber er kann steigen.

Mehr: Prolongation Tipps | Anbieter vergleichen

Was Sie jetzt konkret tun sollten

Viele Immobilieneigentümer warten zu lange. Dabei lohnt es sich, spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. So haben Sie genug Zeit, Angebote zu vergleichen und zu verhandeln — ohne Druck. Wer unter Zeitdruck unterschreibt, akzeptiert oft Konditionen, die 10.000 € oder mehr teurer sind.

Zinsbindung richtig wählen: 10, 15 oder 20 Jahre?

Die Wahl der Zinsbindung ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Anschlussfinanzierung. Kurze Bindungen (5–10 Jahre) sind günstiger, aber riskanter — wenn die Zinsen steigen, zahlen Sie beim nächsten Mal mehr. Lange Bindungen (15–20 Jahre) kosten einen Aufschlag, geben aber Planungssicherheit.

Als Faustregel gilt: Bei hoher Restschuld (über 150.000 €) lieber 15 Jahre binden. Bei niedriger Restschuld und stabiler Einkommenssituation kann eine kürzere Bindung mit höherer Tilgung sinnvoll sein. Details zur Entscheidung lesen Sie in unserem Ratgeber die richtige Zinsbindung wählen.

Checkliste: Das müssen Sie vor der Anschlussfinanzierung erledigen

  • Enddatum der aktuellen Zinsbindung ermitteln
  • Aktuelle Restschuld berechnen (Kontoauszug anfordern)
  • Immobilienwert neu schätzen lassen (Beleihungsauslauf verbessern)
  • SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
  • Einkommensnachweise und Lohnzettel bereithalten
  • Mindestens 3 Angebote vergleichen (Hausbank + Vermittler + Direktbank)
  • Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate neu festlegen
  • Sondertilgungsrecht verhandeln (mind. 5 % p.a.)
  • Wechselkosten kalkulieren (Grundschuldübertragung: 150–450 €)
  • Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen bevor unterschreiben

Idealerweise 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So haben Sie genug Zeit für einen gründlichen Vergleich und Verhandlungen, ohne unter Zeitdruck zu stehen.

Fast immer. Die Grundschuldübertragung kostet 150–450 €, amortisiert sich aber bei 0,2 % günstigerem Zins und 200.000 € Restschuld schon in wenigen Monaten. Vergleichen Sie immer externe Angebote, bevor Sie bei der Hausbank verlängern.

Das ist selten, aber möglich — etwa bei stark gesunkenem Einkommen. In diesem Fall hilft oft die Prolongation bei der bisherigen Bank, ein Bürge oder ein spezialisierter Broker. Kontaktieren Sie rechtzeitig mehrere Anbieter.

Ja, das ist möglich. Wenn Sie eine höhere Restschuld haben und die Schulden schnell tilgen möchten, kann eine kürzere Zinsbindung mit höherer Tilgungsrate sinnvoll sein. Beachten Sie aber das Zinsänderungsrisiko.

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