Anschlussfinanzierung als Selbstständiger — Die besondere Herausforderung
Für Angestellte ist die Anschlussfinanzierung meist unkompliziert: Gehaltsnachweis einreichen, Angebot erhalten, unterschreiben. Für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer ist es komplizierter — aber nicht unmöglich.
Welche Unterlagen verlangen Banken von Selbstständigen?
- Einkommensteuerbescheide: Meist die letzten 2–3 Jahre
- Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA): Aktuelles Jahr, möglichst aktuell
- Bilanzen oder EÜR: Je nach Rechtsform
- Kontoauszüge: 3–6 Monate Geschäftskonto
- Gesellschaftsvertrag: Bei GmbH, OHG, etc.
- Nachweise über laufende Aufträge/Verträge: Positives Signal
Welche Banken sind selbstständigenfreundlich?
Nicht alle Banken behandeln Selbstständige gleich. Einige sind deutlich offener:
- Dr. Klein: Spezialisierte Beratung für Selbstständige, viele Partnerbanken
- Interhyp: Breites Netzwerk, individuelle Lösungen
- Münchener Hypothekenbank: Bewährter Anbieter für Freiberufler
- DSL Bank: Oft flexibler bei Einkommensnachweisen
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Zu spät anfangen: Selbstständige brauchen mehr Vorlaufzeit für Unterlagen. Mindestens 6 Monate vor Ablauf starten.
- Nur zur Hausbank gehen: Viele Hausbanken kennen die individuelle Situation — aber das schützt nicht vor schlechten Konditionen. Immer vergleichen.
- Steueroptimierung als Problem: Wenn das ausgewiesene Gewinn sehr niedrig ist (wegen Steuergestaltung), sieht die Bank ein geringes Einkommen. Manchmal lohnt es, im Jahr vor der Anschlussfinanzierung weniger abzuschreiben.
Einkommen-Durchschnitt als Basis
Die meisten Banken berechnen das anrechenbare Einkommen als Durchschnitt der letzten 2–3 Jahre. Starke Schwankungen werden geglättet — was bei starken Wachstumsjahren nachteilig sein kann.
Alternative: Bürgschaft oder zweiter Kreditnehmer
Wenn das eigene Einkommen nicht ausreicht, kann ein zweiter Kreditnehmer (z.B. Ehepartner mit Festanstellung) die Situation deutlich verbessern. Oder eine Bürgschaft durch Eltern/Verwandte.
Nicht unbedingt, aber es hilft. Mit niedrigem Beleihungsauslauf (z.B. 60 %) werden auch Selbstständige von fast allen Banken problemlos finanziert.
Selbstständige zahlen oft 0,1–0,3 % mehr als Angestellte mit gleichem Einkommen. Bei sehr guter Bonität und niedrigem Beleihungsauslauf entfällt dieser Aufschlag häufig.