Eine schlechte Schufa ist kein automatisches Todesurteil für die Anschlussfinanzierung — aber sie verteuert und erschwert sie erheblich.
Was gilt als „schlechte Schufa"?


Der Schufa-Score wird als Prozentwert angegeben. Unter 90 % wird es schwierig, unter 80 % sehr schwierig. Wichtig sind auch konkrete Negativ-Einträge: Mahnungen, Inkasso, Kreditkündigungen.
Optionen bei schlechter Schufa
- Hausbank verlängert: Bestandskunde, gute Zahlungshistorie kann trotz Schufa-Score helfen
- Bürge: Dritte Person mit guter Schufa bürgt für das Darlehen
- Schufa-neutrale Banken: Einige europäische Banken (z.B. Santander Consumer) prüfen weniger streng
- Schufa bereinigen: Falsche Einträge prüfen und löschen lassen
Schufa-Einträge prüfen und korrigieren
Jeder Bürger hat ein Recht auf kostenlose Schufa-Selbstauskunft einmal jährlich (meineschufa.de). Prüfen Sie auf Fehler — falsche Einträge können oft gelöscht werden.
Kann ich ohne Schufa-Auskunft eine Anschlussfinanzierung bekommen?
In Deutschland kaum. Fast alle seriösen Banken führen eine Schufa-Abfrage durch. Ohne Auskunft = Ablehnung.
Verbessert sich meine Schufa automatisch?
Ja — negative Einträge werden nach Ablauf der gesetzlichen Speicherfristen (meist 3 Jahre nach Begleichung) automatisch gelöscht.
Mehr: Anbieter vergleichen | Rechner
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Viele Immobilieneigentümer warten zu lange. Dabei lohnt es sich, spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. So haben Sie genug Zeit, Angebote zu vergleichen und zu verhandeln — ohne Druck. Wer unter Zeitdruck unterschreibt, akzeptiert oft Konditionen, die 10.000 € oder mehr teurer sind.
SCHUFA und Bonität: So verbessern Sie Ihren Score
Ihr SCHUFA-Score beeinflusst direkt Ihren Zinssatz. Ein Score über 97 bringt die besten Konditionen. Darunter steigen die Zinsen — manchmal um 0,5 % oder mehr. Das macht bei 200.000 € und 10 Jahren Laufzeit rund 10.000 € Unterschied.
Was Sie tun können: Kleine Ratenkredite ablösen, Fehler im SCHUFA-Eintrag korrigieren lassen, keine neuen Kreditanfragen kurz vor der Anschlussfinanzierung stellen. Alle Tipps ausführlich erklärt: Kreditwürdigkeit verbessern.
Checkliste: Das müssen Sie vor der Anschlussfinanzierung erledigen
- Enddatum der aktuellen Zinsbindung ermitteln
- Aktuelle Restschuld berechnen (Kontoauszug anfordern)
- Immobilienwert neu schätzen lassen (Beleihungsauslauf verbessern)
- SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
- Einkommensnachweise und Lohnzettel bereithalten
- Mindestens 3 Angebote vergleichen (Hausbank + Vermittler + Direktbank)
- Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate neu festlegen
- Sondertilgungsrecht verhandeln (mind. 5 % p.a.)
- Wechselkosten kalkulieren (Grundschuldübertragung: 150–450 €)
- Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen bevor unterschreiben
Idealerweise 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So haben Sie genug Zeit für einen gründlichen Vergleich und Verhandlungen, ohne unter Zeitdruck zu stehen.
Fast immer. Die Grundschuldübertragung kostet 150–450 €, amortisiert sich aber bei 0,2 % günstigerem Zins und 200.000 € Restschuld schon in wenigen Monaten. Vergleichen Sie immer externe Angebote, bevor Sie bei der Hausbank verlängern.
Das ist selten, aber möglich — etwa bei stark gesunkenem Einkommen. In diesem Fall hilft oft die Prolongation bei der bisherigen Bank, ein Bürge oder ein spezialisierter Broker. Kontaktieren Sie rechtzeitig mehrere Anbieter.
Ja, das ist möglich. Wenn Sie eine höhere Restschuld haben und die Schulden schnell tilgen möchten, kann eine kürzere Zinsbindung mit höherer Tilgungsrate sinnvoll sein. Beachten Sie aber das Zinsänderungsrisiko.