Mit Kind ändert sich die finanzielle Situation oft erheblich — und das mitten in der Anschlussfinanzierung. Was Sie wissen müssen.
Einkommensveränderung durch Elternzeit


Elterngeld ersetzt 65–67 % des Nettoeinkommens (max. 1.800 €/Monat). Die monatliche Darlehensrate bleibt aber gleich. Das kann knapp werden — insbesondere bei höheren Raten.
Strategien für Familien
- Tilgung temporär senken (Prolongation nutzen)
- Sondertilgungen für später einplanen
- KfW-Förderung prüfen (Wohneigentumsprogramm für Familien)
Häufige Fragen
Kann ich die Darlehensrate während der Elternzeit senken?
Bei der Prolongation ja — durch geringere Tilgung. Sprechen Sie rechtzeitig mit der Bank. Außerplanmäßige Ratensenkungen während der Laufzeit sind schwieriger.
Mehr: Prolongation in der Elternzeit | Rechner
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Viele Immobilieneigentümer warten zu lange. Dabei lohnt es sich, spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. So haben Sie genug Zeit, Angebote zu vergleichen und zu verhandeln — ohne Druck. Wer unter Zeitdruck unterschreibt, akzeptiert oft Konditionen, die 10.000 € oder mehr teurer sind.
Anschlussfinanzierung in der Elternzeit: Das müssen Sie wissen
Elterngeld gilt bei den meisten Banken als anrechenbares Einkommen. Allerdings endet es nach 12–14 Monaten. Banken prüfen deshalb genau, ob das reguläre Einkommen nach der Elternzeit die Raten deckt. Tipp: Vereinbaren Sie flexible Tilgungsoptionen — so können Sie die Rate vorübergehend senken, wenn das Einkommen wegfällt.
Checkliste: Das müssen Sie vor der Anschlussfinanzierung erledigen
- Enddatum der aktuellen Zinsbindung ermitteln
- Aktuelle Restschuld berechnen (Kontoauszug anfordern)
- Immobilienwert neu schätzen lassen (Beleihungsauslauf verbessern)
- SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
- Einkommensnachweise und Lohnzettel bereithalten
- Mindestens 3 Angebote vergleichen (Hausbank + Vermittler + Direktbank)
- Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate neu festlegen
- Sondertilgungsrecht verhandeln (mind. 5 % p.a.)
- Wechselkosten kalkulieren (Grundschuldübertragung: 150–450 €)
- Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen bevor unterschreiben
Idealerweise 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So haben Sie genug Zeit für einen gründlichen Vergleich und Verhandlungen, ohne unter Zeitdruck zu stehen.
Fast immer. Die Grundschuldübertragung kostet 150–450 €, amortisiert sich aber bei 0,2 % günstigerem Zins und 200.000 € Restschuld schon in wenigen Monaten. Vergleichen Sie immer externe Angebote, bevor Sie bei der Hausbank verlängern.
Das ist selten, aber möglich — etwa bei stark gesunkenem Einkommen. In diesem Fall hilft oft die Prolongation bei der bisherigen Bank, ein Bürge oder ein spezialisierter Broker. Kontaktieren Sie rechtzeitig mehrere Anbieter.
Ja, das ist möglich. Wenn Sie eine höhere Restschuld haben und die Schulden schnell tilgen möchten, kann eine kürzere Zinsbindung mit höherer Tilgungsrate sinnvoll sein. Beachten Sie aber das Zinsänderungsrisiko.