Zinsen vergleichen klingt einfach — ist es aber nicht. Viele Fehler können teure Folgen haben.
Nominalzins vs. Effektivzins
Der Nominalzins ist der reine Zinssatz auf das Darlehen. Der Effektivzins enthält alle Kosten (Bearbeitungsgebühren, Disagio etc.) und ist der gesetzlich vorgeschriebene Vergleichswert. Immer den Effektivzins vergleichen!
Gleiche Laufzeiten vergleichen
Angebote mit unterschiedlichen Zinsbindungen (5 vs. 10 vs. 15 Jahre) nicht direkt vergleichen. Erstellen Sie für jede Laufzeit einen vollständigen Tilgungsplan.
Gesamtkosten über die Laufzeit
Nicht nur die monatliche Rate, sondern die Gesamtzinskosten über die Zinsbindungsdauer vergleichen. Angebot A mit 3,3 % kann bei gleicher Rate teurer sein als Angebot B mit 3,5 % wenn die Tilgungsstruktur unterschiedlich ist.
Checkliste Zinsvergleich
- Effektivzins (nicht Nominalzins) vergleichen
- Gleiche Laufzeit für alle Angebote
- Gleiche Tilgung für alle Angebote
- Nebenkosten berücksichtigen (Umschuldungskosten bei Bankwechsel)
- Sondertilgungsrechte beachten
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Mindestens 3 — Hausbank, ein Vermittler (Interhyp oder Dr. Klein), und eine Direktbank (ING oder DKB). Das dauert maximal 2 Stunden und spart tausende Euro.
Kostet ein Angebotsvergleich etwas?
Nein — Angebote einholen ist kostenlos und unverbindlich. Sie verpflichten sich erst mit der Unterschrift.
Nutzen Sie unseren kostenlosen Vergleich und den Rechner.
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Viele Immobilieneigentümer warten zu lange. Dabei lohnt es sich, spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. So haben Sie genug Zeit, Angebote zu vergleichen und zu verhandeln — ohne Druck. Wer unter Zeitdruck unterschreibt, akzeptiert oft Konditionen, die 10.000 € oder mehr teurer sind.
Der Vergleich lohnt sich immer
Egal ob Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen: Der Zinssatz macht den größten Unterschied. Bei einer Restschuld von 200.000 € und 10 Jahren Laufzeit kostet 0,5 % mehr Zins rund 10.000 € mehr. Deswegen: Immer mindestens drei Angebote einholen — Hausbank, Vermittler, Direktbank.
Ein guter Einstieg: Unser Überblick zu Interhyp vs. Dr. Klein im Vergleich und unsere 10 wichtigsten Tipps zur Anschlussfinanzierung.
Checkliste: Das müssen Sie vor der Anschlussfinanzierung erledigen
- Enddatum der aktuellen Zinsbindung ermitteln
- Aktuelle Restschuld berechnen (Kontoauszug anfordern)
- Immobilienwert neu schätzen lassen (Beleihungsauslauf verbessern)
- SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
- Einkommensnachweise und Lohnzettel bereithalten
- Mindestens 3 Angebote vergleichen (Hausbank + Vermittler + Direktbank)
- Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate neu festlegen
- Sondertilgungsrecht verhandeln (mind. 5 % p.a.)
- Wechselkosten kalkulieren (Grundschuldübertragung: 150–450 €)
- Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen bevor unterschreiben
Idealerweise 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So haben Sie genug Zeit für einen gründlichen Vergleich und Verhandlungen, ohne unter Zeitdruck zu stehen.
Fast immer. Die Grundschuldübertragung kostet 150–450 €, amortisiert sich aber bei 0,2 % günstigerem Zins und 200.000 € Restschuld schon in wenigen Monaten. Vergleichen Sie immer externe Angebote, bevor Sie bei der Hausbank verlängern.
Das ist selten, aber möglich — etwa bei stark gesunkenem Einkommen. In diesem Fall hilft oft die Prolongation bei der bisherigen Bank, ein Bürge oder ein spezialisierter Broker. Kontaktieren Sie rechtzeitig mehrere Anbieter.
Ja, das ist möglich. Wenn Sie eine höhere Restschuld haben und die Schulden schnell tilgen möchten, kann eine kürzere Zinsbindung mit höherer Tilgungsrate sinnvoll sein. Beachten Sie aber das Zinsänderungsrisiko.