Haushalt und Finanzen — Basis für eine gute Anschlussfinanzierung
Ein geordneter Haushalt ist die beste Vorbereitung auf die Anschlussfinanzierung. Wer seine Finanzen im Griff hat, bekommt bessere Konditionen und trifft fundierte Entscheidungen.
Schritt 1: Einnahmen und Ausgaben erfassen
Erstellen Sie eine einfache Tabelle: Alle Einnahmen (Gehalt, Mieten, Sonstiges) und alle Ausgaben (Fixkosten, Lebenshaltung, Sparen). Das schafft Klarheit über den monatlichen Spielraum.
Schritt 2: Rücklagen aufbauen
Vor der Anschlussfinanzierung sollten Sie 2–3 Monatsraten als Liquiditätspuffer haben. Das signalisiert der Bank finanzielle Stabilität.
Schritt 3: Schulden abbauen
Wenn Sie andere laufende Kredite haben: Diese vorher oder parallel abbauen. Weniger Verbindlichkeiten = bessere Bonität = bessere Zinsen.
Schritt 4: Sondertilgung prüfen
Können Sie vor der Anschlussfinanzierung eine Sondertilgung leisten? Das senkt die Restschuld und verbessert den Beleihungsauslauf — beides günstig für die neuen Konditionen.
Als Faustregel: 2–3 Monatsraten als liquider Puffer. Zusätzlich sollten Sie laufende Instandhaltungsrücklagen für die Immobilie haben (ca. 1 €/m² Wohnfläche pro Monat).
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Viele Immobilieneigentümer warten zu lange. Dabei lohnt es sich, spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. So haben Sie genug Zeit, Angebote zu vergleichen und zu verhandeln — ohne Druck. Wer unter Zeitdruck unterschreibt, akzeptiert oft Konditionen, die 10.000 € oder mehr teurer sind.
Der Vergleich lohnt sich immer
Egal ob Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen: Der Zinssatz macht den größten Unterschied. Bei einer Restschuld von 200.000 € und 10 Jahren Laufzeit kostet 0,5 % mehr Zins rund 10.000 € mehr. Deswegen: Immer mindestens drei Angebote einholen — Hausbank, Vermittler, Direktbank.
Ein guter Einstieg: Unser Überblick zu Interhyp vs. Dr. Klein im Vergleich und unsere 10 wichtigsten Tipps zur Anschlussfinanzierung.
Checkliste: Das müssen Sie vor der Anschlussfinanzierung erledigen
- Enddatum der aktuellen Zinsbindung ermitteln
- Aktuelle Restschuld berechnen (Kontoauszug anfordern)
- Immobilienwert neu schätzen lassen (Beleihungsauslauf verbessern)
- SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
- Einkommensnachweise und Lohnzettel bereithalten
- Mindestens 3 Angebote vergleichen (Hausbank + Vermittler + Direktbank)
- Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate neu festlegen
- Sondertilgungsrecht verhandeln (mind. 5 % p.a.)
- Wechselkosten kalkulieren (Grundschuldübertragung: 150–450 €)
- Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen bevor unterschreiben
Idealerweise 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So haben Sie genug Zeit für einen gründlichen Vergleich und Verhandlungen, ohne unter Zeitdruck zu stehen.
Fast immer. Die Grundschuldübertragung kostet 150–450 €, amortisiert sich aber bei 0,2 % günstigerem Zins und 200.000 € Restschuld schon in wenigen Monaten. Vergleichen Sie immer externe Angebote, bevor Sie bei der Hausbank verlängern.
Das ist selten, aber möglich — etwa bei stark gesunkenem Einkommen. In diesem Fall hilft oft die Prolongation bei der bisherigen Bank, ein Bürge oder ein spezialisierter Broker. Kontaktieren Sie rechtzeitig mehrere Anbieter.
Ja, das ist möglich. Wenn Sie eine höhere Restschuld haben und die Schulden schnell tilgen möchten, kann eine kürzere Zinsbindung mit höherer Tilgungsrate sinnvoll sein. Beachten Sie aber das Zinsänderungsrisiko.