Anschlussfinanzierung nach Scheidung — Was passiert mit Immobilie und Kredit?
Scheidung und gemeinsames Eigentum sind eine komplexe Kombination. Wenn gleichzeitig die Zinsbindung ausläuft, kommen Druck und Entscheidungen zusammen. Dieser Leitfaden zeigt Ihre Optionen.
Die drei Hauptoptionen
Option 1: Einer übernimmt Immobilie und Kredit
Einer der Partner kauft den anderen aus und übernimmt den Kredit allein. Voraussetzung: Die Bank muss den verbleibenden Partner als Alleinschuldner akzeptieren (Bonitätsprüfung).
Prozess:
- Notar beurkundet Eigentumsübertragung auf einen Partner
- Bank wird informiert und prüft Bonität des verbleibenden Schuldners
- Bei Zustimmung: zweiter Kreditnehmer wird entlassen
- Ausgleichszahlung an anderen Partner (Anteil am Eigenkapital)
Option 2: Immobilie wird verkauft
Erlös aus Verkauf tilgt Restschuld, Rest wird hälftig geteilt. Vorfälligkeitsentschädigung kann anfallen wenn Zinsbindung noch läuft.
Option 3: Beide bleiben Eigentümer und Kreditnehmer
Möglich aber in der Praxis selten sinnvoll. Gut nur wenn beide kooperativ sind und die Immobilie z.B. vermietet bleibt.
Was Banken verlangen
- Scheidungsurteil oder Trennungsvereinbarung
- Nachweis der Eigentumsübertragung (notarielle Urkunde)
- Vollständige Bonitätsprüfung des verbleibenden Kreditnehmers
- Aktueller Grundbuchauszug
Timing: Anschlussfinanzierung nutzen
Wenn die Zinsbindung ohnehin ausläuft, ist das der ideale Zeitpunkt für eine Neustrukturierung: Die Anschlussfinanzierung wird gleichzeitig mit der Eigentumsübertragung neu geregelt. Das spart einen späteren Wechsel.
Dann muss eine andere Lösung gefunden werden: Mitunterzeichner (z.B. Eltern), Verkauf der Immobilie, oder einer der Partner zahlt die Restschuld aus Eigenmitteln zurück.
Bei Verkauf der Immobilie während laufender Zinsbindung: ja. Bei Eigentumsübertragung zwischen Ehepartnern: Das Darlehen läuft weiter, daher keine VFE. Nur beim vollständigen Ablösen des Kredits fällt VFE an.