Viele Kreditnehmer haben neben ihrem Hauptberuf einen Minijob, eine Nebentätigkeit oder Einnahmen aus Vermietung. Bei der Anschlussfinanzierung stellt sich die Frage: Zählt das Nebeneinkommen mit?
Welche Nebeneinnahmen Banken anerkennen

- Minijob (450-€- / 556-€-Basis): Meistens anerkannt, wenn dauerhaft und nachweisbar (Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag)
- Selbstständige Nebentätigkeit: Anerkannt nach 2 Jahren Steuerbescheiden — Banken nehmen oft nur den Durchschnitt der letzten zwei Jahre
- Mieteinnahmen: Werden meist zu 70–80 % angerechnet (Puffer für Leerstand und Kosten)
- Kapitalerträge: Selten anerkannt, da nicht planbar
- Kindergeld: Wird anerkannt, bis das Kind das Alter für den Anspruch verlässt
Was Sie nachweisen müssen

Banken verlangen Belege für Kontinuität und Regelmäßigkeit:
- Letzten 3 Gehaltsabrechnungen des Nebenjobs
- Bei Selbstständigkeit: Steuerbescheide der letzten 2 Jahre
- Bei Vermietung: Mietverträge + Steuerbescheid
- Ggf. Kontoauszüge mit regelmäßigen Eingängen
Wie viel bringt das Nebeneinkommen?

Rechenbeispiel: Hauptgehalt netto 2.400 €, Minijob netto 400 €, anrechenbares Gesamteinkommen 2.800 €. Bei einer Monatsrate von 900 € entspricht das einer Belastungsquote von 32 % — gut im Rahmen. Ohne Nebenjob wären es 37,5 % — je nach Bank schon grenzwertig.
Tipps zur Optimierung
- Dokumentieren Sie Nebeneinnahmen frühzeitig (Kontoauszüge, Quittungen)
- Melden Sie Nebentätigkeiten beim Finanzamt an — Schwarzeinnahmen zählen nicht
- Lassen Sie sich mehrere Angebote einholen — Banken bewerten Nebeneinkommen sehr unterschiedlich
- Ein Kreditvermittler (Interhyp, Dr. Klein) kennt die Kriterien vieler Banken und kann gezielt die passende finden
Zählt ein Minijob bei der Anschlussfinanzierung?
Ja, wenn er nachweisbar und dauerhaft ist. Lohnabrechnung und Arbeitsvertrag genügen meist als Nachweis.
Was ist, wenn mein Nebeneinkommen schwankt?
Banken nehmen dann oft den Durchschnitt der letzten 12 oder 24 Monate. Stabile, regelmäßige Eingänge auf dem Konto helfen beim Nachweis.
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Viele Immobilieneigentümer warten zu lange. Dabei lohnt es sich, spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. So haben Sie genug Zeit, Angebote zu vergleichen und zu verhandeln — ohne Druck. Wer unter Zeitdruck unterschreibt, akzeptiert oft Konditionen, die 10.000 € oder mehr teurer sind.
Der Vergleich lohnt sich immer
Egal ob Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen: Der Zinssatz macht den größten Unterschied. Bei einer Restschuld von 200.000 € und 10 Jahren Laufzeit kostet 0,5 % mehr Zins rund 10.000 € mehr. Deswegen: Immer mindestens drei Angebote einholen — Hausbank, Vermittler, Direktbank.
Ein guter Einstieg: Unser Überblick zu Interhyp vs. Dr. Klein im Vergleich und unsere 10 wichtigsten Tipps zur Anschlussfinanzierung.
Checkliste: Das müssen Sie vor der Anschlussfinanzierung erledigen
- Enddatum der aktuellen Zinsbindung ermitteln
- Aktuelle Restschuld berechnen (Kontoauszug anfordern)
- Immobilienwert neu schätzen lassen (Beleihungsauslauf verbessern)
- SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
- Einkommensnachweise und Lohnzettel bereithalten
- Mindestens 3 Angebote vergleichen (Hausbank + Vermittler + Direktbank)
- Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate neu festlegen
- Sondertilgungsrecht verhandeln (mind. 5 % p.a.)
- Wechselkosten kalkulieren (Grundschuldübertragung: 150–450 €)
- Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen bevor unterschreiben
Idealerweise 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So haben Sie genug Zeit für einen gründlichen Vergleich und Verhandlungen, ohne unter Zeitdruck zu stehen.
Fast immer. Die Grundschuldübertragung kostet 150–450 €, amortisiert sich aber bei 0,2 % günstigerem Zins und 200.000 € Restschuld schon in wenigen Monaten. Vergleichen Sie immer externe Angebote, bevor Sie bei der Hausbank verlängern.
Das ist selten, aber möglich — etwa bei stark gesunkenem Einkommen. In diesem Fall hilft oft die Prolongation bei der bisherigen Bank, ein Bürge oder ein spezialisierter Broker. Kontaktieren Sie rechtzeitig mehrere Anbieter.
Ja, das ist möglich. Wenn Sie eine höhere Restschuld haben und die Schulden schnell tilgen möchten, kann eine kürzere Zinsbindung mit höherer Tilgungsrate sinnvoll sein. Beachten Sie aber das Zinsänderungsrisiko.