Anschlussfinanzierung während Elternzeit: Elterngeld als Einkommen anrechnen

Läuft Ihre Zinsbindung während der Elternzeit aus? Wir erklären, wie Banken Elterngeld bewerten, welche Risiken bestehen und wie Sie trotz reduziertem Einkommen eine gute Anschlussfinanzierung erhalten.

Anschlussfinanzierung während Elternzeit: Elterngeld als Einkommen anrechnen

Die Geburt eines Kindes ist wunderbar — fällt sie aber mit dem Auslaufen der Zinsbindung zusammen, kann das zur Herausforderung werden. Banken bewerten Elterngeld unterschiedlich, und eine reduzierte Einkommenssituation kann die Kreditkonditionen verschlechtern.

Wie Banken Elterngeld bewerten

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Elterngeld gilt als reguläres Einkommen und wird von den meisten Banken anerkannt — allerdings nur für den Zeitraum, in dem es tatsächlich bezogen wird (maximal 14 Monate bei Partnerwechsel). Da Banken bei der Anschlussfinanzierung die langfristige Tragfähigkeit prüfen, reicht das Elterngeld allein oft nicht aus.

  • Basiselterngeld: 65–67 % des Nettoeinkommens, maximal 1.800 € monatlich
  • Elterngeld Plus: Halber Satz, doppelte Bezugsdauer
  • Partnerschaftsbonus: Vier zusätzliche Monate bei gleichzeitiger Teilzeit

Das Timing-Problem

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Fällt die Prolongation genau in die Elternzeit, prüft die Bank Ihr aktuelles (reduziertes) Einkommen. Das kann bedeuten:

  • Schlechtere Konditionen wegen höherem Beleihungsauslauf
  • Ablehnung der Umschuldung zur günstigeren Bank
  • Prolongation nur zu schlechteren Zinsen bei der Hausbank

Strategien für die Elternzeit-Anschlussfinanzierung

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Vor der Elternzeit verhandeln

Wenn möglich: Schließen Sie das Forward-Darlehen ab, bevor die Elternzeit beginnt. Banken prüfen das Einkommen zum Abschlusszeitpunkt — mit vollem Gehalt haben Sie bessere Karten.

Partner einbeziehen

Ist der Partner berufstätig, wird sein Einkommen voll angerechnet. Ein gemeinsamer Kreditantrag verbessert die Bonitätslage erheblich.

Eigenkapital als Puffer

Höheres Eigenkapital senkt den Beleihungsauslauf und verbessert automatisch die Zinskonditionen — unabhängig vom aktuellen Einkommen.

Checkliste: Anschlussfinanzierung in der Elternzeit

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  • Zinsbindungsende und Elternzeit-Zeitraum abgleichen
  • Forward-Darlehen frühzeitig (vor Elternzeit) anfragen
  • Elterngeld-Bescheid vorbereiten
  • Partnergehalt als Haupteinkommen einbringen
  • Aktuellen Beleihungswert der Immobilie prüfen
  • Mehrere Banken vergleichen — Bewertung von Elterngeld variiert stark

Nach der Elternzeit: Bessere Chancen

Wenn Sie die Prolongation hinauszögern können (z. B. durch Sondertilgungen oder kurzfristige Verlängerung), ist es oft sinnvoll, nach der Rückkehr in den Beruf neu zu verhandeln — mit vollem Gehalt als Basis.

Wird Elterngeld als Einkommen bei der Anschlussfinanzierung anerkannt?

Ja, Elterngeld wird anerkannt — aber nur für die Bezugsdauer. Langfristig muss die Tragfähigkeit mit dem regulären Einkommen nach Elternzeit nachgewiesen werden.

Kann ich ein Forward-Darlehen während der Elternzeit abschließen?

Ja, aber die Bank prüft Ihre Bonität zum Abschlusszeitpunkt. Schließen Sie das Forward-Darlehen idealerweise ab, bevor das Einkommen sinkt.

Was Sie jetzt konkret tun sollten

Viele Immobilieneigentümer warten zu lange. Dabei lohnt es sich, spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv zu werden. So haben Sie genug Zeit, Angebote zu vergleichen und zu verhandeln — ohne Druck. Wer unter Zeitdruck unterschreibt, akzeptiert oft Konditionen, die 10.000 € oder mehr teurer sind.

Anschlussfinanzierung in der Elternzeit: Das müssen Sie wissen

Elterngeld gilt bei den meisten Banken als anrechenbares Einkommen. Allerdings endet es nach 12–14 Monaten. Banken prüfen deshalb genau, ob das reguläre Einkommen nach der Elternzeit die Raten deckt. Tipp: Vereinbaren Sie flexible Tilgungsoptionen — so können Sie die Rate vorübergehend senken, wenn das Einkommen wegfällt.

Checkliste: Das müssen Sie vor der Anschlussfinanzierung erledigen

  • Enddatum der aktuellen Zinsbindung ermitteln
  • Aktuelle Restschuld berechnen (Kontoauszug anfordern)
  • Immobilienwert neu schätzen lassen (Beleihungsauslauf verbessern)
  • SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
  • Einkommensnachweise und Lohnzettel bereithalten
  • Mindestens 3 Angebote vergleichen (Hausbank + Vermittler + Direktbank)
  • Zinsbindungsdauer und Tilgungsrate neu festlegen
  • Sondertilgungsrecht verhandeln (mind. 5 % p.a.)
  • Wechselkosten kalkulieren (Grundschuldübertragung: 150–450 €)
  • Vertragsunterlagen sorgfältig prüfen bevor unterschreiben

Idealerweise 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So haben Sie genug Zeit für einen gründlichen Vergleich und Verhandlungen, ohne unter Zeitdruck zu stehen.

Fast immer. Die Grundschuldübertragung kostet 150–450 €, amortisiert sich aber bei 0,2 % günstigerem Zins und 200.000 € Restschuld schon in wenigen Monaten. Vergleichen Sie immer externe Angebote, bevor Sie bei der Hausbank verlängern.

Das ist selten, aber möglich — etwa bei stark gesunkenem Einkommen. In diesem Fall hilft oft die Prolongation bei der bisherigen Bank, ein Bürge oder ein spezialisierter Broker. Kontaktieren Sie rechtzeitig mehrere Anbieter.

Ja, das ist möglich. Wenn Sie eine höhere Restschuld haben und die Schulden schnell tilgen möchten, kann eine kürzere Zinsbindung mit höherer Tilgungsrate sinnvoll sein. Beachten Sie aber das Zinsänderungsrisiko.

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