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Tilgung ändern bei der Anschlussfinanzierung 2026 — Rechenbeispiele und Strategien

Tilgungssatz erhöhen oder senken bei der Anschlussfinanzierung: Wann ist was sinnvoll, wie viele Jahre und Euro spart mehr Tilgung — und wann ist weniger Tilgung die klügere Wahl?

Tilgung ändern bei der Anschlussfinanzierung 2026 — Rechenbeispiele und Strategien

Die Anschlussfinanzierung ist der ideale Moment, den Tilgungssatz anzupassen — es ist einer der wenigen Zeitpunkte, an dem das ohne Bankveto und ohne Vertragsänderungsgebühren möglich ist. Doch welcher Tilgungssatz ist der richtige? Dieser Ratgeber rechnet durch, was 1 %, 2 % und 3 % Tilgung in Euro und Jahren bedeuten.

Die Grundregel: Wann darf ich den Tilgungssatz ändern?

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Während einer laufenden Zinsbindung ist der Tilgungssatz in der Regel festgeschrieben. Manche Banken erlauben 1–2 Änderungen pro Zinsbindungsperiode gegen Gebühr (200–500 €). Bei der Anschlussfinanzierung hingegen ist eine Tilgungsänderung immer kostenfrei möglich — es wird ohnehin ein neuer Vertrag geschlossen.

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Was der Tilgungssatz wirklich bedeutet

Beim klassischen Annuitätendarlehen bleibt die Monatsrate konstant — aber der Anteil von Zins und Tilgung verschiebt sich über die Zeit. Je mehr Sie tilgen, desto schneller sinkt die Restschuld, desto weniger Zinsen fallen an.

AnfangstilgungMonatsrate*Restschuld nach 10 J.*GesamtlaufzeitGesamtzinsen
1,0 %767 €ca. 182.000 €52 Jahreca. 278.000 €
2,0 %933 €ca. 158.000 €28 Jahreca. 113.000 €
3,0 %1.100 €ca. 136.000 €21 Jahreca. 77.000 €
4,0 %1.267 €ca. 115.000 €17 Jahreca. 57.000 €

*Basis: Restschuld 200.000 €, Zinssatz 3,6 %, Annuitätendarlehen

Rechenbeispiel: Von 2 % auf 3 % Tilgung — was bringt das?

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Ausgangslage: Restschuld 200.000 €, 10 Jahre Zinsbindung, Zins 3,6 %, bisher Tilgung 2 %.

Szenario A: Tilgung bleibt bei 2 %

  • Monatsrate: 933 €
  • Restschuld nach 10 Jahren: ca. 158.000 €
  • In 10 Jahren gezahlte Zinsen: ca. 52.000 €
  • Gesamtlaufzeit bis Schuldfreiheit: ca. 28 Jahre

Szenario B: Tilgung erhöht auf 3 %

  • Monatsrate: 1.100 € (+167 € pro Monat)
  • Restschuld nach 10 Jahren: ca. 136.000 €
  • In 10 Jahren gezahlte Zinsen: ca. 47.800 €
  • Gesamtlaufzeit bis Schuldfreiheit: ca. 21 Jahre

Fazit: 167 € mehr pro Monat, 22.000 € weniger Restschuld nach 10 Jahren, 7 Jahre früher schuldenfrei, insgesamt ca. 36.000 € weniger Zinsen über die gesamte Laufzeit.

Tilgung erhöhen: Wann sinnvoll?

  • Einkommen ist seit dem Erstkauf gestiegen (Karriere, Gehaltserhöhungen)
  • Kinder sind ausgezogen — mehr freies Haushaltsgeld
  • Renteneintritt ist in weniger als 20 Jahren — Immobilie sollte bis dahin schuldenfrei sein
  • Alternative Kapitalanlage bietet weniger als der aktuelle Finanzierungszins (sicherer Tipp bei Zinsen über 3 %)

Tilgung senken: Wann sinnvoll?

  • Einkommensreduzierung durch Jobwechsel, Elternzeit oder Selbstständigkeit
  • Andere Investitionen bieten deutlich höhere Rendite als der Finanzierungszins
  • Hohe sonstige Ausgaben (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen)
  • Restlaufzeit unkritisch für Renteneintritt (noch 30+ Jahre Zeit)

Wichtig: Tilgung nie unter 1 % senken. Banken verlangen mindestens 1 % Anfangstilgung. Bei unter 1 % entstehen Laufzeiten von über 50 Jahren — praktisch keine echte Entschuldung.

Tilgungsänderung und Sondertilgungsrecht kombinieren

Die beste Strategie: Tilgung auf moderatem Niveau halten (2–3 %), aber großzügige Sondertilgungsrechte aushandeln (10 % der Restschuld pro Jahr). So bleibt die monatliche Rate verkraftbar, aber gute Einkommensjahre können für außerordentliche Tilgungen genutzt werden.

Rechenbeispiel: 3 % Basistilgung + einmalige Sondertilgung 20.000 € in Jahr 5:

  • Restschuld nach 10 Jahren ohne Sondertilgung: ca. 136.000 €
  • Restschuld nach 10 Jahren mit Sondertilgung: ca. 113.000 €
  • Gesamtlaufzeit verkürzt sich um ca. 3–4 weitere Jahre

Wann Tilgungsänderung NICHT ratsam ist

  • Wenn die höhere Rate keine 3 Monatsgehälter Liquiditätspuffer lässt
  • Wenn berufliche Unsicherheit (Probezeit, Selbstständigkeit im Aufbau) besteht
  • Wenn gleichzeitig teures Konsum-Fremdkapital läuft (Autokredit mit 8 % > erst den tilgen)
  • Bei Volltilgerdarlehen: Sichert zwar vollständige Entschuldung, aber rate ist fix und hoch — kein Spielraum bei Einkommensrückgang

Weiterführend: Tilgung 2 % vs. 3 % im Vergleich | Checkliste 2026 | Glossar

Kann ich die Tilgungsrate während der Zinsbindung ändern?

Manche Banken erlauben 1–2 Änderungen pro Laufzeit (Gebühr: 200–500 €). Bei der Anschlussfinanzierung ist es immer kostenfrei möglich — der beste Zeitpunkt für eine Anpassung.

Was ist ein Volltilgerdarlehen?

Ein Darlehen, das vollständig innerhalb der Zinsbindungsperiode getilgt wird — keine Restschuld, keine weitere Anschlussfinanzierung. Vorteil: maximale Sicherheit. Nachteil: deutlich höhere Monatsrate und kein Spielraum bei Einkommensrückgang.

Wie viel Tilgung ist sinnvoll für jemanden mit Renteneintritt in 20 Jahren?

Rückwärts rechnen: Restschuld durch 20 Jahre teilen. Bei 180.000 € Restschuld und 20 Jahren Ziel sollte die effektive Tilgung mindestens 3 % betragen, damit das Darlehen bis Renteneintritt abbezahlt ist.

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