Selbständige bei der Umschuldung haben es schwerer als Angestellte — aber nicht unmöglich. Die richtige Bank und Vorbereitung sind entscheidend.
Das Problem: Einkommensnachweise für Selbständige


Banken wollen Einkommensstabilität sehen. Für Selbständige bedeutet das: 2–3 Jahre Steuerbescheide, BWA, ggf. Gewerbesteuerunterlagen. Volatiles Einkommen ist ein Problem.
Welche Banken sind für Selbständige offen?
- Dr. Klein: Spezialisiert auf komplexe Fälle
- Volksbanken/Sparkassen: Kennen oft den lokalen Unternehmer
- Direktbanken (ING, DKB): Tendenziell schwieriger für Selbständige
Was erhöht die Chancen?
- Stabile Einnahmen über 3+ Jahre
- Gute Schufa-Auskunft
- Eigenkapital (Immobilienwert deutlich über Restschuld)
Häufige Fragen
Zahlen Selbständige höhere Zinsen bei der Umschuldung?
Manchmal, aber nicht zwangsläufig. Mit guter Bonität und stabilen Einnahmen sind marktübliche Zinsen möglich.
Mehr: Anschlussfinanzierung Selbständige | Anbieter vergleichen
Umschuldung: Wann lohnt sie sich wirklich?
Eine Umschuldung lohnt sich, wenn eine andere Bank mindestens 0,2–0,3 % günstigere Zinsen bietet — und wenn der Zinsvorteil die Wechselkosten (Grundschuldübertragung: 150–450 €) übersteigt. Das ist bei einer Restschuld von 150.000 € und 10 Jahren Laufzeit schon ab 0,1 % Unterschied der Fall.
Die Faustregel: Mehr als 0,2 % Zinsvorteil + mehr als 3 Jahre Restlaufzeit = Umschuldung wahrscheinlich sinnvoll. Detaillierte Rechnung: Kosten und Nutzen der Umschuldung.
Ablauf der Umschuldung Schritt für Schritt
- Angebote einholen: Mindestens 3 Angebote von anderen Banken (Interhyp, Dr. Klein, ING, DKB)
- Kosten kalkulieren: Grundschuldübertragung (150–450 €), ggf. Notar
- Kündigung vorbereiten: Bei Ablauf der Zinsbindung kostenfrei — keinen neuen Vertrag bei der alten Bank unterschreiben
- Neue Bank auswählen: Vertragsdetails prüfen (Sondertilgung, Tilgungsflexibilität)
- Grundschuldabtretung: Alte Bank überträgt die Grundschuld auf neue Bank — dauert 4–8 Wochen
- Fertig: Neue Rate zahlen, Zinsersparnis genießen
Ausführliche Anleitung: Umschuldung Schritt für Schritt
Häufige Fehler bei der Umschuldung
- Zu spät anfangen: Umschuldung braucht 8–12 Wochen. Starten Sie rechtzeitig.
- Altes Angebot unterschreiben: Viele Banken schicken das Prolongationsangebot früh und hoffen auf schnellen Abschluss. Nehmen Sie sich Zeit.
- Nur Zinssatz vergleichen: Sondertilgung, Tilgungsflexibilität und Bereitstellungszinsen sind mindestens genauso wichtig.
- Kreditanfrage statt Konditionsanfrage: Fordern Sie immer eine SCHUFA-neutrale Konditionsanfrage an.
Die Hauptkosten sind die Grundschuldübertragung (150–450 €). Falls Sie vor Ablauf der Zinsbindung wechseln, kommt eine Vorfälligkeitsentschädigung hinzu — die kann erheblich sein. Am günstigsten ist die Umschuldung zum regulären Ablauf der Zinsbindung.
Von der Angebotserstellung bis zur vollständigen Übertragung dauert es 6–12 Wochen. Planen Sie mindestens 3 Monate Vorlaufzeit ein. Die Grundschuldabtretung allein dauert 4–8 Wochen beim Grundbuchamt.
Das hängt von der Art des Eintrags ab. Veraltete oder fehlerhafte Einträge sollten Sie korrigieren lassen. Bei negativen Einträgen helfen spezialisierte Broker, die auch Banken mit weniger strengen Anforderungen im Angebot haben.
Nein — bis zur Kündigung nicht. Sie können Angebote einholen und Verträge vorbereiten, ohne die alte Bank zu informieren. Erst wenn Sie den neuen Vertrag unterschrieben haben, kündigen Sie bei der alten Bank fristgerecht.